Verein zur Förderung der Waldorfpädagogik Waiblingen e. V.


Neustadter Hauptstraße 53
71336 Waiblingen-Neustadt

Die grossen

Allgemeines

Die Tätigkeiten, welche die Erzieherinnen im Kindergarten verrichten, sind unmittelbar aus dem praktischem Leben gegriffen und nicht ausgedacht. Das Kind greift die Arbeit des Erwachsenen gerne nachahmend auf und verwandelt sie phantasievoll im Spiel. An überschaubaren Tätigkeiten kann das Kind sinnvolle Zusammenhänge erleben. Erleben und Tun wecken Intelligenz und Verstehen.

Lieder, Sprüche, Reigen und Geschichten werden über einen längeren Zeitraum hinweg wiederholt. Die wiederkehrenden Tätigkeiten, Feste und Spiele kann das Kind seinem Entwicklungstand gemäß jeweils neu erfahren und vertiefen. Sie geben ihm innere Ruhe und fördern seine gesunde leibliche Entwicklung. Diese Regelmäßigkeit im Tagesablauf gibt den Kindern Vertrauen und Sicherheit. Entwicklung, Wachstum und Reife brauchen Zeit und Rhythmus.

Nachahmung setzt eine gute Sinneswahrnehmung voraus, doch leider sind unsere Kinder heute oft einer ständigen Überflutung von Sinneseindrücken ausgesetzt. Daher legen wir im Waldorfkindergarten Wert darauf, durch eine harmonische Umgebung, naturbelassenes Spielmaterial - schlicht und nur andeutend in der Formgebung, um die kindliche Phantasie zur Entfaltung zu bringen - künstlerische Tätigkeiten (Aquarellmalen, Plastizieren, Stimmbildung und Eurythmie), durch liebevolle Hinwendung zur Umwelt und Pflege der Natur und durch Sorgfalt im Umgang mit Sprache und Gesten (z.B. bei Reigen und Fingerspielen), die Sinne zu pflegen und eine Überreizung zu vermeiden.

Nutzt ein Kind alle seine Sinne zur Wahrnehmung seiner Umwelt und formt es seine Phantasie gut aus, so trägt dies entscheidend zu seiner Willensentwicklung und zur Stärkung seines Selbstbewusstseins bei.

Freispielzeit

Zu Beginn des Kindergartentages, während die Kinder eintreffen, gehen die Erzieherinnen einer häuslichen oder handwerklichen Tätigkeit nach (Backen, Nähen...). Durch die Arbeitsatmosphäre angeregt wollen die Kinder auch tätig sein. Sie sehen dem Erwachsenen zu, helfen beim Teig kneten oder vertiefen sich in eine angebotene Bastelarbeit. Andere Kinder lassen in gemeinsamem Tun, mit Spielständern, Schlösser oder Bauernhöfe entstehen. Diese werden dann belebt, beseelt und mit Sinn erfüllt. Wieder andere sägen oder nageln an der Werkbank, spielen mit Puppen oder im Kaufmannsladen. Die Kinder werden nicht "beschäftigt", sondern dürfen ihren Neigungen entsprechend tätig sein: phantasievoll, nachahmend, spielend, bei der Arbeit helfend, schöpferisch gestaltend. Das gemeinsame Aufräumen beendet das Freispiel, bevor gewohnte Reime, Fingerspiele oder Lieder zum rhythmischen Teil, dem "Reigen" überleiten.

Morgenkreis

Die Inhalte des "Reigens" werden vor allem von der Natur und den Jahreszeiten, von Bauern und Handwerkern bestimmt, die über Lieder und Reime, Gebärden und Bewegungen zum Ausdruck gebracht werden.

Frühstück

Jetzt wird das in der Freispielzeit zubereitete Essen gereicht. Die selbst geformten Brötchen oder der zum Müsli geschnittene Obstsalat schmecken den Kindern durch ihre freudige Mithilfe ganz besonders... Ein Spruch, ein Lied stimmen auf das gemeinsame Essen am schön gedeckten Tisch ein.

Zweites Freispiel

Jetzt geht es bei jedem Wind und Wetter hinaus in den naturnahen Garten, auf einen Spielplatz oder zu einem Spaziergang über die Felder. Hier verbinden sich die Kinder mit der Natur, indem sie diese erforschen und zu ihrer Spielwelt gestalten. Die Kinder haben reichlich Möglichkeiten, ihren Bewegungsdrang zu entfalten. Klettern, Balancieren, Seilhüpfen, Stelzen laufen und anderes fördern den Gleichgewichtssinn, den Mut, das Selbstvertrauen und das Körpergefühl. Auch nehmen sie die Besonderheiten der verschiedenen Jahreszeiten intensiv wahr.

Abschlusskreis

Der Kindergartentag neigt sich seinem Ende zu. Die Erzieherinnen und die Kinder sammeln sich, dann singen sie das Schlusslied.

Mittagessen

Nun kommen die Kinder zum Mittagessen zusammen. Die stets von den Erzieherinnen frisch zubereitete Nahrung stammt aus kontrolliert biologischem Anbau und schmeckt den Kindern sehr gut.

Mittagsruhe

Zur anschliessenden Mittagsruhe steht für jedes Kind ein Bettchen mit eigener Bettwäsche bereit. Ausgehend von einem rhythmisch durchgestalteten Tageslauf versteht sich die Ruhezeit gleichsam als Ausatmungszeit für die Kinder. Ein sich täglich wiederholender Ablauf zu Beginn und zum Ende der Ruhezeit, sowie eine kleine Geschichte, runden die Mittagsruhe ab.

Eurythmie

… ist eine durch Rudolf Steiner zu Anfang des vorigen Jahrhunderts entwickelte Bewegungskunst. Hierbei werden Sprache und Musik in Bewegung umgesetzt. In der Kindereurythmie wird durch die spielerische Auseinandersetzung mit Geschichten, Liedern, Gedichten und Märchen die Phantasie der Kinder angeregt und ihr Gefühl für Sprache und Musik gefördert. Einmal in der Woche findet für unsere Gruppe Kindereurythmie mit Herrn Prestifilippo statt.

Die Eurythmie hilft den Kindern, das eigene Körpergefühl zu entwickeln und übt in gemeinsamen, spielerischen Bewegungen soziale Fähigkeiten. Durch sie werden physische, geistige und seelische Entwicklungen gepflegt.

Durch die Kraft der Nachahmung verinnerlicht das Kind Sprache und Rhythmisch- Musikalisches, Geschichten, Lieder und Sprüche, die den Rahmen einer Eurythmiestunde bilden. Die Kinder haben große Freude an allen Arten der Bewegung, und die äußere Bewegung schult die "innere Beweglichkeit".

Künstlerisches

Zeichnen

Während des Freispiels haben die Kinder die Möglichkeit, mit den - ihrer kindlichen Motorik entsprechenden - Wachsblöckchen zu zeichnen. Sie geben dem vertrauten Erwachsenen damit einen Einblick in die kindliche Entwicklung. Die Kinder malen in aller Ruhe und ohne inhaltliche Vorgabe oder Korrektur der Erwachsenen. Für das Kind ist

der Prozess des Zeichnens wichtig, nicht das fertige Bild.

Aquarell malen

Das Malen mit Wasserfarben findet an einem festen Tag in der Woche während des Freispiels statt. Die Kinder malen in kleinen Gruppen mit einer Erzieherin, und zwar in der Nass - in - Nass - Technik. Das heißt, mit Wasserfarben auf feucht aufgezogenes Aquarellpapier. Es stehen die Grundfarben rot, blau und gelb zur Verfügung, so dass das ganze Spektrum des Farbkreises entstehen kann. Das Bildgeschehen ist in einem ständigen Prozess, weil die aufgetragenen Farben sofort verlaufen und sich in immer neuen Formen und Farben miteinander verbinden. Es entsteht schnell eine fast träumerische, entspannte und ruhige Stimmung, in der die Kinder in das Wesen der Farben eintauchen können, und so ganz zu sich selbst kommen.

Plastisches Gestalten

Dem kindlichen Grundbedürfnis, mit Erde, Lehm, Sand und Wasser zu plastizieren, kommt das 2. Freispiel im Garten entgegen, z.B. im Sandkasten oder auf einem Erdhügel. Während des 1. Freispiels im Gruppenraum stehen den Kinder zum Plastizieren Knetwachs auf der Basis von Bienenwachs, so genannte Märchenwolle (ungesponnene farbige Wolle) z.B. beim Filzen oder Gestalten von Wollbildern oder gelegentlich auch Ton zur Verfügung. Auch bei diesen Tätigkeiten kommt es nicht in erster Linie darauf an, eine Vorstellung des Kindes oder des Erwachsenen praktisch umzusetzen. Wichtig ist viel mehr, dass das Tun selbst erfüllenden Charakter besitzt und über vielfältige sinnliche Ansprache für sich selbst spricht.

Waldtag

Ob ausgedehnter Spaziergang durch die naheliegenden Streuobstwiesen oder per Bus in den Wald, in dem „die Großen“ aus gesammelten Ästen „ihre Hütte“ selbst gebaut haben – die Natur, die frische Luft und das Spiel belebt und fordert alle Sinne.

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