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Die Tätigkeiten, welche die Erzieherinnen im Kindergarten verrichten, sind unmittelbar aus dem praktischem Leben gegriffen und nicht ausgedacht. Das Kind greift die Arbeit des Erwachsenen gerne nachahmend auf und verwandelt sie phantasievoll im Spiel. An überschaubaren Tätigkeiten kann das Kind sinnvolle Zusammenhänge erleben. Erleben und Tun wecken Intelligenz und Verstehen.
Lieder, Sprüche, Reigen und Geschichten werden über einen längeren Zeitraum hinweg wiederholt. Die wiederkehrenden Tätigkeiten, Feste und Spiele kann das Kind seinem Entwicklungstand gemäss jeweils neu erfahren und vertiefen. Sie geben ihm innere Ruhe und fördern seine gesunde leibliche Entwicklung. Diese Regelmässigkeit im Tagesablauf gibt den Kindern Vertrauen und Sicherheit. Entwicklung, Wachstum und Reife brauchen Zeit und Rhythmus.
Nachahmung setzt eine gute Sinneswahrnehmung voraus, doch leider sind unsere Kinder heute oft einer ständigen Überflutung von Sinneseindrücken ausgesetzt. Daher legen wir im Waldorfkindergarten Wert darauf, durch eine harmonische Umgebung, naturbelassenes Spielmaterial - schlicht und nur andeutend in der Formgebung, um die kindliche Phantasie zur Entfaltung zu bringen - , künstlerische Tätigkeiten (Aquarellmalen, Plastizieren, Stimmbildung und Eurhythmie), durch liebevolle Hinwendung zur Umwelt und Pflege der Natur und durch Sorgfalt im Umgang mit Sprache und Gesten (z.B. bei Reigen und Fingerspielen) die Sinne zu pflegen und eine Überreizung zu vermeiden.
Nutzt ein Kind alle seine Sinne zur Wahrnehmung seiner Umwelt und formt es seine Phantasie gut aus, so trägt dies entscheidend zu seiner Willensentwicklung und zur Stärkung seines Selbstbewusstseins bei.
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